Interoperabilitätsanforderungen in Organisationen und erweiterten Unternehmen
Die Festlegung des erforderlichen Interoperabilitätsgrads für den Austausch von Informationen und Dienstleistungen ist in komplexen Organisationen oder erweiterten Unternehmen wichtig, da dies dazu beiträgt, klare architektonische Anforderungen für die beteiligten Systeme und Stakeholder zu definieren. Durch die Festlegung klarer Interoperabilitätsziele können Organisationen sicherstellen, dass ihre Systeme und Stakeholder effektiv und in standardisierter, effizienter Weise kommunizieren und Informationen austauschen können, was letztendlich zu erhöhter Produktivität und reduzierten Kosten führen kann.
Matrix zur Interoperabilität von Informationssystemen (ISIM) in TOGAF
Die Matrix zur Interoperabilität von Informationssystemen (ISIM) ist ein Bestandteil des TOGAF-Frameworks, der die Beziehungen zwischen den verschiedenen Komponenten eines Informationssystems beschreibt. Sie ist ein Werkzeug, das dazu verwendet wird, sicherzustellen, dass die verschiedenen Komponenten eines Informationssystems effektiv zusammenarbeiten können.

Die ISIM wird verwendet, um die Schnittstellen und Protokolle zu definieren, die für die Kommunikation zwischen den verschiedenen Komponenten eines Informationssystems erforderlich sind. Sie hilft dabei, bestehende Lücken oder Inkonsistenzen im System zu identifizieren und Lösungen zu entwickeln, um diese Probleme zu beheben.
Die ISIM wird typischerweise während der Architektur-Entwicklungphase des TOGAF ADM (Architektur-Entwicklungs-Methode) entwickelt und dient der Gestaltung der Zielarchitektur. Die ISIM kann eine Reihe verschiedener Komponenten umfassen, darunter Hardware, Software, Daten, Netzwerke und Sicherheit.
Insgesamt ist die ISIM ein wichtiges Werkzeug, um sicherzustellen, dass ein Informationssystem interoperabel ist und effektiv mit anderen Systemen in einer komplexen Unternehmensumgebung kommunizieren kann.
Interoperabilitätsmatrix mit Stakeholdern in den Spalten und Software-Systemen in den Zeilen
Hier ist ein Beispiel für eine Interoperabilitätsmatrix mit Stakeholdern in den Spalten und Software-Systemen in den Zeilen. Die Zellen stellen den Grad der Interoperabilität zwischen jedem Software-System und dem Stakeholder dar, wobei 1 die unstrukturierten Datenaustausch und 4 den nahtlosen Informationsaustausch darstellt.
| Software-Systeme / Stakeholder | Geschäftsanalysten | Entwickler | Datenwissenschaftler | Verkaufsteam |
|---|---|---|---|---|
| CRM-System | 3 | 4 | 2 | 4 |
| Lagerverwaltungssystem | 2 | 3 | 2 | 3 |
| ERP-System | 3 | 3 | 3 | 4 |
| Marketing-Automatisierungssystem | 2 | 4 | 2 | 4 |
In diesem Beispiel haben wir vier verschiedene Software-Systeme (CRM, Bestandsverwaltung, ERP und Marketing-Automatisierung) und vier verschiedene Stakeholder (Geschäftsanalysten, Entwickler, Datenwissenschaftler und Verkaufsteam) identifiziert. Die Zellen in der Matrix stellen den Grad der Interoperabilität zwischen jedem Software-System und jedem Stakeholder dar.
Zum Beispiel steht die Zelle in Zeile 1, Spalte 3 für den Grad der Interoperabilität zwischen dem CRM-System und den Datenwissenschaftlern. In diesem Fall beträgt der Grad der Interoperabilität 2, was den strukturierten Datenaustausch bedeutet. Das bedeutet, dass das CRM-System Daten mit Datenwissenschaftlern in strukturierter Form austauschen kann, jedoch möglicherweise Einschränkungen oder Beschränkungen hinsichtlich der Art der ausgetauschten Daten bestehen.
Legende der Matrix
| Grad der Interoperabilität | Beschreibung |
|---|---|
| 1 | Unstrukturierter Datenaustausch |
| 2 | Strukturierter Datenaustausch |
| 3 | Nahtloser Datenaustausch |
| 4 | Nahtloser Informationsaustausch |
Diese Legende bietet eine kurze Beschreibung für jeden Grad der Interoperabilität. Grad 1 steht für unstrukturierten Datenaustausch, was bedeutet, dass Daten zwischen Systemen ausgetauscht werden können, jedoch möglicherweise nur eine geringe Struktur oder Organisation der Daten vorliegt. Grad 2 steht für strukturierten Datenaustausch, was bedeutet, dass Daten in strukturierter Form ausgetauscht werden können, jedoch möglicherweise Einschränkungen oder Beschränkungen hinsichtlich der Art der ausgetauschten Daten bestehen. Grad 3 steht für nahtlosen Datenaustausch, was bedeutet, dass Daten zwischen Systemen ohne Einschränkungen oder Beschränkungen ausgetauscht werden können, jedoch möglicherweise Einschränkungen hinsichtlich des Integrationsniveaus zwischen den Systemen bestehen. Schließlich steht Grad 4 für nahtlosen Informationsaustausch, was bedeutet, dass Systeme Informationen nahtlos austauschen und vollständig miteinander integriert sind.
Insgesamt kann dieser Art von Matrix hilfreich sein, um Bereiche zu identifizieren, in denen die Interoperabilität zwischen verschiedenen Software-Systemen und Stakeholdern verbessert werden könnte, sowie zur Orientierung bei der Entwicklung von Lösungen zur Verbesserung der Interoperabilität.
Hinzufügen von mehr Bedeutung zu den Zellen der Interoperabilitätsmatrix
In diesem Beispiel haben wir fünf Software-Systeme, die sowohl in den Zeilen als auch in den Spalten der Matrix dargestellt sind. Die Zellen der Matrix stellen den Grad der Interoperabilität zwischen jeder Paarung von Systemen dar, wobei zwei Dimensionen (a-d und 1-4) die Art der ausgetauschten Informationen und das erforderliche Maß an Standardisierung oder Kompatibilität darstellen.
Zum Beispiel steht die Zelle, die die Interoperabilität zwischen System 1 und System 3 darstellt, bei 2c, was bedeutet, dass diese beiden Systeme einen Interoperabilitätsgrad von 2 (strukturierter Datenaustausch) haben und gemeinsam einen Datenaustausch (Dimension 2: Grad der Standardisierung/Kompatibilität = 2) im Bereich der Patientenversorgung (Dimension 1: Art des ausgetauschten Informations = c) teilen. Die Zelle, die die Interoperabilität zwischen System 4 und System 5 darstellt, lautet 4a, was darauf hinweist, dass diese beiden Systeme einen Interoperabilitätsgrad von 4 (nahtloser Informationsaustausch) haben und einen Echtzeit-Datenaustausch (Dimension 2: Grad der Standardisierung/Kompatibilität = 1) im Bereich der Patientenversorgung (Dimension 1: Art des ausgetauschten Informations = a) teilen.
Beispiel
Hier ist ein Beispiel für eine 5×5-Interoperabilitätsmatrix mit zwei Dimensionen für jede Zelle:
| System 1 | System 2 | System 3 | System 4 | System 5 | |
|---|---|---|---|---|---|
| System 1 | 1b | 2c | 3d | 4d | |
| System 2 | 1b | 2b | 3c | 4b | |
| System 3 | 2c | 2b | 3a | 4c | |
| System 4 | 3d | 3c | 3a | 4a | |
| System 5 | 4d | 4b | 4c | 4a |
Legende 1: Interoperabilitätsgrade
- Grad 1: Begrenzter Datenaustausch (A)
- Grad 2: Strukturierter Datenaustausch (B)
- Grad 3: Nahtloser Datenaustausch (C)
- Grad 4: Nahtloser Informationsaustausch (D)
Legende 2: Interoperabilitätsdimensionen
- Dimension 1: Art der geteilten Informationen (a-d)
- Dimension 2: Grad der Standardisierung/Kompatibilität (1-4)
Beispiel: Gesundheitssystem
In diesem Beispiel stellen die Zeilen und Spalten verschiedene Gesundheitssysteme dar. Die Zellen repräsentieren das Maß an Interoperabilität zwischen den Systemen basierend auf zwei Dimensionen: (1) die Art der geteilten Informationen (a-d) und (2) der Grad der Standardisierung/Kompatibilität (1-4).
Hier ist ein Beispiel für eine zweidimensionale Interoperabilitätsmatrix für ein Gesundheitssystem:
| Krankenhaus-EHR | Apothekenmanagement | Medizinische Abrechnung | Gesundheitsinformationenaustausch | Telemedizin | |
|---|---|---|---|---|---|
| Krankenhaus-EHR | – | 2c | 2a | 3b | 1b |
| Apothekenmanagement | 2c | – | 2d | 1a | 1a |
| Medizinische Abrechnung | 2a | 2d | – | 3c | 1c |
| Gesundheitsinformationenaustausch | 3b | 1a | 3c | – | 2b |
| Telemedizin | 1b | 1a | 1c | 2b | – |
Legende 1: Grad der Interoperabilität
- Grad 1: Begrenzter Datenaustausch
- Grad 2: Strukturierter Datenaustausch
- Grad 3: Nahtloser Datenaustausch
- Grad 4: Nahtloser Informationsaustausch
Legende 2: Interoperabilitätsdimensionen
- Dimension 1: Art der ausgetauschten Informationen (a-d)
- Dimension 2: Grad der Standardisierung/Kompatibilität (1-4)
Beispielsweise zeigt die Zelle an der Schnittstelle zwischen Krankenhaus-EHR- und Apotheken-Management-Systemen „2c“, was bedeutet, dass zwischen den beiden Systemen ein strukturierter Datenaustausch (Grad 2) für gemeinsame Daten (Dimension „c“) stattfindet. Ebenso zeigt die Zelle an der Schnittstelle zwischen Gesundheitsinformationenaustausch- und Arzneimittelabrechnungssystemen „3c“, was bedeutet, dass zwischen den beiden Systemen ein nahtloser Datenaustausch (Grad 3) für vollständige Daten (Dimension „c“) stattfindet.
Zusammenfassung
Dieser Artikel behandelt das Konzept der Interoperabilität im Kontext des TOGAF-Rahmens. Interoperabilität wird als die Fähigkeit definiert, Informationen und Dienstleistungen auszutauschen und stellt eine wichtige architektonische Anforderung für komplexe Organisationen und erweiterte Unternehmen dar. Der Artikel erläutert, wie Interoperabilität in einer Interoperabilitätsmatrix dargestellt werden kann, die verwendet werden kann, um den Grad der Interoperabilität zwischen verschiedenen Software-Systemen zu bestimmen. Die Matrix kann zudem um zwei Dimensionen erweitert werden, beispielsweise die Art der ausgetauschten Informationen und den Grad der Standardisierung/Kompatibilität, um eine detailliertere Analyse der Interoperabilität zu ermöglichen.
Der Artikel liefert Beispiele für Interoperabilitätsmatrizen in verschiedenen Szenarien, darunter Gesundheits- und Regierungssysteme. Insgesamt ist Interoperabilität ein wesentlicher Bestandteil der modernen Unternehmensarchitektur, und die Verwendung von Interoperabilitätsmatrizen kann Organisationen helfen, sicherzustellen, dass ihre Systeme effektiv miteinander kommunizieren und Informationen austauschen können.











